BigBrotherAwards 2005: Preise für Schnüffler
Sei es das Herumschnüffeln in der Privatsphäre, die flächendeckende Videoüberwachung oder die Auswertung von Nutzerprofilen bis zum Adressklau: Bei den jährlichen BigBrotherAwards werden Personen, Institutionen oder Unternehmen angeprangert, die in diesem Bereichen allzu sorglos mit den Daten der Bürger umgehen. Letztes Wochenende wurden sie wieder vergeben und die, die sie überreicht bekommen, fühlen sich wenig geschmeichelt. Wie andere Preise haben auch die BigBrotherAwards fein säuberlich aufgeteilt verschiedene Kategorien. So besitzen die „Oscars für Datenkraken“ einen „Lifetime“-Award für eine auf einem unrühmlichen Gebiet herausragende Persönlichkeit, nämlich seine langjährigen Verdienste bei der Ausspionierung der Bürger: Diesmal bekam ihn Otto Schilly, noch Bundesinnenminister. Der macht seine Arbeit höchst effektiv, schließlich bekam er bereits 2001 Preise dafür. Unter seine Amtszeit fallen die vorschnelle Einführung des biometrischen ePasses ohne Legitimation durch das Parlament. Er setzte sich überdurchschnittlich für die Überwachung der EU-Bürger ein und für den Großen Lauschangriff. Nach wie vor gehen die „Otto-Kataloge“, die Aushöhlung des Datenschutzes im Namen der „Antiterror Gesetze“ auf sein Konto. Der biometrische ePass, der seit heute erhältlich ist, wurde von Schilly am Parlament vorbei auf der EU-Ebene „durchgeboxt“, so Rolf Gössner von der Internationalen Liga für Menschenrechte. Er hält Schilys „selbstherrlichen Akt für zutiefst undemokratisch“.
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