Das Freizeitverhalten von Hackern
Warum hängen Hacker immer so lange vor ihrem Rechner herum? Der Psychologe Falko Rheinberg von der Universität Potsdam veröffentlichte nun eine Studie zur Motivation von Hackern und ihrem Verhalten außerhalb der Arbeitszeit. Insgesamt 300 Probanden, darunter Informatikstudenten, -fachschaften und Mitglieder des Chaos Computer Club, nahmen an der Umfrage teil. Dabei stellte Rheinberg fest: Den größten Anreiz hat das stundenlange Ausharren vor dem Rechner, wenn es um Dinge geht, die etwas mit gemeinsamen Aktionen am Rechner und mit Vernetzungen zu tun haben. Der gemeinschaftliche Gedanke ist also laut der Studie am wichtigsten für die User. Ein weiteres Ergebnis war aber auch die völlig unterschiedliche Motivation von Hackern und Crackern, die beide unerlaubt in geschützte Systeme eindringen, dabei aber von völlig gegensätzlichen Anreizen angetrieben werden.
Die mehrheitlich männlichen PC-User (87 Prozent) lassen sich nun in drei Typen unterscheiden: Die zweckorientierten Nutzer stellen mit 58 Prozent mehr als die Hälfte dar und sind die typischen Freizeitbastler, die gerne Zeit für die Optimierung ihres Rechners aufbringen. Die zweite Gruppe der selbstbezeichneten Hacker (22 Prozent) liebt es, in der Freizeit fremde Systeme zu überwinden, um eventuell Informationen für alle offen zu legen. Das bezweckt die dritte Gruppe auch, nur haben die Cracker (20 Prozent) zweifelhafte Absichten, wenn sie in Systeme eindringen und dort Schaden anrichten, indem sie Informationen verändern oder zerstören. Deshalb muss zwischen den beiden letztgenannten Hackern und Crackern eine Unterscheidung gemacht werden: Beide legen zwar einiges Engagement an den Tag, in geschützte Systeme einzudringen, doch unterscheiden sie sich in ihrer jeweiligen Motivation völlig. Während die Hacker laut der Studie durch Kompetenzfreude angetrieben werden und dadurch eine größere Expertise erlangen können, handeln die Cracker andererseits mehr aus einer rebellischen Illegalität motiviert heraus. Doch destruktive Energie sei oft weniger freudvoll und effizient, so Rheinberg.



