Jimbo Wales` Wunschliste: 100 Million für Freie Werke

Vorletzten Sonntag überraschte Jimmy Wales die Wikipedia-Gemeinde. In einer E-Mail schlug der Gründer der Wikipedia folgendes vor: Interessierte aus der Community sollen Wünsche einreichen, welche Dinge, Patente, Sachverhalte man frei zugänglich machen sollte, wenn man sie denn theoretisch erwerben könne. „Stellt Euch vor, es gäbe ein Budget von 100 Millionen Dollar, um Urheberrechte zu kaufen und sie unter einer Freien Lizenz zu veröffentlichen“, schlägt Wales vor. Was, so fragt er, würde man kaufen: Die Rechte an Fotoarchiven, Textbüchern oder Zeitungsarchiven? Bei dem Grund bleibt Wales vage und erklärt nur, dass ihn „kürzlich jemand, der in der Lage sei, das zu verwirklichen“ danach gefragt habe.

Spekulationen über den mysteriösen etwaigen Geldgeber gibt es bereits zahlreich: Im Forum von Heise.de denkt man gleich an Bill Gates. Heise selbst sieht Google als einen potentiellen Unterstützer, da die Wikipedia bereits bei der „Google Coop“ mit dem Suchmaschinen-Giganten zusammenarbeitet. Die Gemeinde zumindest hat sich schon einiges auf ihrer Wunschliste in der Wikimedia einfallen lassen. Sie fordert finanzielle Mittel beispielsweise für den Einkauf der Rechte an der Library of Congress oder den Aufbau einer Lobbyarbeit, um das Urheberrecht zu reformieren. Andere hätten gern den ganzen Planeten innerhalb von acht Jahren mit digitalen Karten erschlossen, begnügen sich aber auch damit, mit 100 Millionen eine kleine Insel zu erwerben und darauf einen urheberrechtsfreien Wikipedia-Staat zu gründen.

 

Autor: Markus Beckedahl · Thema: Gesellschaft · 24.10.06
 

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