Seminar: Überwachung im Betrieb!

Die gezielte Ausforschung von Beschäftigten und Journalisten hat in den letzten Monaten Schlagzeilen gemacht. Ob Lidl, Schlecker, Telekom, Tönnies, Nestlé oder Deutsche Bundesbahn – es geht um illegale Zugriffe auf gespeicherte Telefondaten, heimliche Videoüberwachung und Fotos oder Nachverfolgung von Mobiltelefonaten und Aufenthaltsorten.

Die Überwachungstechniken von Unternehmen und Verwaltungen – häufig unter Einsatz spezieller Sicherheitsabteilungen und detektivischer Unterstützung – haben trotz vielfältiger Regelungen in Betriebs- oder Dienstvereinbarungen nichts von ihrer Brisanz verloren.

Mit neuen Techniken sind auch immer wieder neue Schutz- und Kontrollmaßnahmen für die Beschäftigten erforderlich, und die Dringlichkeit eines Arbeitnehmerdatenschutzgesetzes wird auch unter Politikern zunehmend gesehen.

Die Fachtagung findet vom 25. - 27.März 2009 in Berlin bei der ver.di Bundesverwaltung (Nähe Ostbahnhof) statt.

Sie wird aufzeigen, welche technischen und organisatorischen Verfahren für die Rechte der Beschäftigten besonders bedrohlich sind und wie wirkungsvolle Schutzmaßnahmen dagegen aussehen können. Betroffene Betriebs- und Personalräte, Datenschutz-Experten, Fachleute aus IT-Abteilungen und gewerkschaftliche Berater werden konkrete Beispiele der Überwachung liefern und für verschiedene Technik-Felder die Diskussion über die rechtlichen Grundlagen und Grenzen der Überwachung eröffnen. Es werden konkrete Regelungsansätze zur Mitbestimmung vorgestellt und Lösungen für eine strengere Kontrolle der Techniken und der betrieblichen Kontrolleure aufgezeigt.

Die Tagung richtet sich an betriebliche Interessenvertretungen (Betriebsräte, Personalräte, Mitarbeiter-Vertretungen, JAV…) und Datenschutzfachleute.

Aus aktuellem Anlass wird sich ein Forum der Tagung auch dem Thema „Rasterfahndung und demokratische Kontrolle im Betrieb“ widmen. Den Input wird Matthias Thieme, politischer Redakteur der Frankfurter Rundschau, liefern, der sich intensiv mit den verschiedenen Datenschutz-Skandalen in deutschen Unternehmen beschäftigt hat.

Anmeldeschluss ist der 24.02.2009.

Weitere Informationen und Anmeldeformular siehe beigefügte Dateien oder die Informationen der TBS Berlin-Brandenburg.

 
Dokumente:

Autor: Annette Mühlberg · 13.02.09
 

Kommentare

 
Sven · Freitag 20. Februar 2009 · 09:48
Nicht zu vergessen auch einige Kommunen, die Ihre Mitarbeiter ausspioniert haben um verstrickungen in die Wirtschaft zu ergründen.

Es gibt jedoch 2 Ansatzpunkte, die auch eine nähere Betrachtung verdienen :

1. Wenn der Staat gerne seine Bürger transparent hätte - um z.B. die gerne genannte Terrorgefahr zu mindern - oder auf Autobahnen Bewegungsrofile erstellen "kann" und von Telefon- oder Mailverkehr mal ganz abgesehen, der anscheinend komplett automatisiert überwacht wird..... Wie kann man es dann den Unternehmen verübeln, dass diese ebenfalls gerne für Sie relevante informationen besitzen möchten.

2. Ich persönlich bin der Auffassung, dass neuralgische Punkte in Unternehmen durchaus überwacht werden sollten. Ob nun Petra S. an der Kasse bei PALDI dazugehört darf bezweifelt werden. Immerhin steht ja eines fest : Die Vergangenheit hat durchaus gezeigt, dass gerne in die eigene Tasche gewirtschaftet wird. Etwas Überwachung schadet also nicht, besonders wenn sich Millionen Deutsche über Paybak und co eh freiwillig hinsichtlich Ihres Konsums entblössen.

Immerhin hat die fehlende Überwachung die Welt dahin gebracht wo Sie derzeit steht : In die schwersten weltweite Krise seit Jahrzehnten.
 

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